Seetransport

All-in-Frachtofferte lesen (und nicht Äpfel mit Birnen vergleichen)

Robert FischerRobert Fischer
Data publikacji: 17. Sept. 2026Czas czytania: 7 Min.

Eine Seefracht-Offerte ist selten eine Zahl. Jemand schreibt „all-in“ und drin ist nur die Seefracht bis zum Hafen. Jemand anderes packt unter dasselbe Label Terminal, Dokumente, Zoll und die Zustellung ins Lager.

Wenn Sie Angebote vergleichen, ohne zu prüfen, was im Preis steckt, vergleichen Sie Äpfel mit Birnen. Eine niedrige Summe am Anfang wächst oft um Terminalgebühren, Lager oder zu langes Behalten des Containers.

Unten: woraus die Offerte besteht, was Sie fragen sollten und welche Daten Sie schicken, damit die Zahlen vergleichbar sind. Eine allgemeine Leistungsbeschreibung steht unter Seetransport FCL und LCL.

Die Seefracht ist nicht die ganze Offerte

Die Seefracht (ocean freight) ist die Gebühr für die Seestrecke. Bei FCL meist je Container, bei LCL für den belegten Platz — Kubikmeter oder Gewicht, wenn das höher liegt. Das ist der Kern, nicht die ganze Rechnung.

Zwei Spediteure lassen sich nicht fair vergleichen, wenn einer im Hafen aufhört und der andere noch Umschlag, Dokumente und Zustellung hat.

All-in sollte heißen: im vereinbarten Umfang zahlen Sie nichts extra. Das Problem ist der unterschiedliche Umfang. All-in Port-to-port ist nicht All-in Door-to-door. Ohne Zoll ist nicht mit Zoll. Ohne genannte Abholfrist ist nicht mit klarem Free Time.

Solange Sie keine Liste der Positionen und Ausschlüsse haben, ist „all-in“ nur ein Etikett.

Beim ersten Angebot fragen Sie:

  1. Incoterms — EXW, FOB, CIF, DAP sagen, wer welchen Abschnitt zahlt.
  2. Von wo nach wo — Port-to-port, Konsolidierungslager oder Door-to-door.
  3. Was im Preis ist — Dokumente, Zoll, Versicherung, Zustellung.
  4. Währung und Gültigkeit — Frachtsätze leben oft nur kurz.
  5. Wie viele Tage für Abholung und Rückgabe des Containers ohne Standgeld (Demurrage / Detention).

Woraus die Offerte besteht

Der genaue Mix hängt von Incoterms, FCL oder LCL, der Ware und davon ab, ob Sie im Hafen enden oder vor der Tür. Dieselbe Sendung kann also sehr unterschiedliche Summen ergeben.

Seefracht

Die Gebühr für Container oder Sammelgut. Bei FCL meist für 20′, 40′ oder 40′ HC. Bei LCL nach CBM oder Gewicht. Marktzuschläge (Treibstoff, Peak) können im All-in stecken oder extra stehen. Ein niedriger Seefrachtsatz ohne Rest sagt wenig über die Endkosten.

Hafengebühren und THC

THC (Terminal Handling Charge) ist die Gebühr für den Umschlag am Terminal. Oft getrennt im Abgang und am Ziel. In der Offerte trennen Sie Terminal, Dokumentengebühren der Reederei und lokale Hafengebühren — bei Import nach Polen oft Danzig oder Gdynia.

Günstige Angebote zeigen gern eine hübsche Seefracht und schweigen über THC am Zielhafen. Die Differenz steht später auf der Rechnung.

Dokumente

Meist Konnossement (B/L) oder Telex / Sea Waybill, Packliste, Rechnung und was der Zoll braucht. Prüfen Sie, ob Ausstellung und Freigabe des B/L im Preis sind, ob Korrekturen extra kosten und ob das LCL-Lager eigene Gebühren dazurechnet.

Zollabfertigung

Kann in der Offerte sein oder bei Ihnen. Klären Sie Import oder Export und ob die Ware Genehmigungen braucht. Zoll und Mehrwertsteuer sind eine eigene Schicht — nicht mit der Fracht vermischen. Keine Position „Zoll“ heißt meist außerhalb des Umfangs, nicht kostenlos.

Zustellung ins Lager

Straßenstrecke, Rampe, Entladung und Rückgabe des Leeren sind eigene Kosten. Ist das Angebot Door-to-door, muss klar sein, ob Zustellung, Wartezeit und Rückgabe ans Depot drin sind. Zur Straßenstrecke siehe Straßentransport FTL/LTL.

Gebühren, die nicht in der Basis stehen, die Sie aber kennen sollten

  • Demurrage — der Container steht am Terminal länger als die freien Tage.
  • Detention — der Container ist bei Ihnen oder unterwegs länger, als Free Time erlaubt.
  • Storage — Lagerung von Ware oder Box außerhalb des freien Fensters.
  • Rolling — die Ware hat das geplante Schiff verpasst; oft Zuschlag und neuer Satz.

FCL und LCL lesen Sie anders

Vollcontainer und Sammelgut sind zwei verschiedene Rechnungen. Der breitere Vergleich steht in FCL vs LCL — wann Vollcontainer, wann See-Sammelgut. Hier nur, was in der Offerte sichtbar ist.

Bei FCL meist: Satz je Container, THC, Dokumente, optional Zoll und Zustellung. All-in lässt sich leichter schließen, weil Sie den Platz nicht teilen. Fragen Sie nach Einheit, Gewicht, Incoterms, Free Time, Zustellort und Rückgabe des Leeren.

Bei LCL zahlen Sie Kubikmeter oder Gewicht plus Konsolidierungslager an beiden Enden. Mehr Schritte heißen mehr kleine Gebühren, die sich summieren. Beim Vergleich von Sammelgut gleichen Sie die CBM-Messung, das Minimum, den Lagerumfang und Port-to-port versus Door-to-door an.

Legen Sie keinen Containersatz neben einen Kubikmetersatz ohne gleiches Volumen und gleichen Umfang. Beim Import aus China — mehr unter Seetransport aus China — lohnt dieselbe Datenlage für FCL und LCL vor allem, wenn die Partie den Container fast füllt. Sonst erst das Modell wählen, dann Angebote in diesem Modell vergleichen.

Was ein günstiges Angebot verschweigt

Die kleinste Zahl in der Mail ist selten der niedrigste Preis der ganzen Strecke.

Sind die freien Tage kurz oder gar nicht genannt, landet Demurrage und Detention bei Ihnen, wenn der Zoll hapert, der Transport fehlt oder das Terminal steht. Eine gute Offerte nennt diese Tage — sie verspricht nicht, dass nichts anfällt.

Bei LCL wächst das Lager, wenn Dokumente oder Zoll nicht fertig sind. Bei FCL — wenn der Container nach Ankunft länger steht, als der Vertrag erlaubt.

Ein günstiger Satz gilt oft nur in einem engen Buchungsfenster. Wird die Ladung gerollt, kommen Buchungsänderung und oft eine neue Seefracht. Fragen Sie, wie lange das Angebot lebt und was bei Schiffswechsel passiert.

Die klassische Falle: Angebot A ist nur Seefracht, Angebot B hat THC, Dokumente und Zustellung. Sie nehmen A und zahlen den Rest per späterer Rechnung.

Weitere stille Annahmen: zu kleine Maße bei LCL, falscher Incoterm und ein „vergessener“ Abschnitt in China, kein Hinweis auf Gefahrgut, kein Plan für die Leergutrückgabe.

Ein Online-Rechner gibt Orientierung, baut aber selten ein volles All-in. Eine seriöse Offerte kommt aus Ihren Daten und aus der Liste, was nicht enthalten ist.

Um Kosten zu senken, ohne die Vergleichbarkeit zu zerstören, gleichen Sie zuerst den Umfang an, dann erst optimieren: FCL oder LCL, schnellere Dokumente (weniger Lager), realistischer Abholplan (weniger Detention), bewusste Incoterms. Manchmal lohnt der Blick auf Schiene oder Luft — nach Gesamtkosten und Zeit, ohne genaues ETA.

Zwei oder drei Angebote vergleichen

Ziehen Sie das gerade, bevor Sie auf die Summe schauen:

  • derselbe Incoterm und dieselben Abgangs- / Zielpunkte;
  • dasselbe Modell: FCL oder LCL, nicht beides;
  • derselbe Containertyp oder dieselbe CBM-Methode;
  • Port-to-port mit Port-to-port, Door-to-door mit Door-to-door.

In der Kostenliste prüfen Sie:

  • Fracht und ob Marktzuschläge im All-in sind;
  • THC im Abgang und am Ziel;
  • bei LCL das Konsolidierungslager;
  • Dokumente (B/L, Freigabe, Korrekturen);
  • Zoll — drin oder extra;
  • Zustellung und Rückgabe des Leeren;
  • Warenversicherung.

Dazu: wie viele Free-Time-Tage, wie lange das Angebot gilt, was bei Schiffswechsel passiert und wer den Auftrag führt. Die Offerte sollte auf Ihren Maßen und Gewichten sitzen, nicht auf einem „Beispielcontainer“, und klar sagen, was sie nicht enthält.

Wenn es sich immer noch nicht vergleichen lässt — bitten Sie um dasselbe Raster statt um die billigste Zahl.

Welche Daten Sie für die Offerte schicken

Je vollständiger die Daten, desto weniger wird geraten.

  1. Von wo nach wo — Adressen oder Häfen. Oft China–Polen.
  2. Ladung — was es ist, Maße, Gewicht, CBM, FCL oder LCL, wo geladen wird.
  3. Incoterms — wer welchen Abschnitt zahlt.
  4. Termin — wann die Ware fertig ist und wann sie ungefähr da sein soll. Keine garantierte Transitzeit.
  5. Umfang — nur Fracht, Dokumente, Zoll, Door-to-door.

Noch besser mit HS-Code, Temperatur oder ADR/IMO, Versicherung und ob die Ware regelmäßig läuft.

Sie können es direkt schreiben: All-in-Offerte auf [Port/Door]–[Port/Door], FCL oder LCL, mit THC und Dokumenten, mit oder ohne Zoll, mit oder ohne Zustellung; plus Free Time und Liste der Ausschlüsse. Das erzwingt denselben Nenner.

Häufige Fragen

Was bedeutet eine All-in-Frachtofferte?

Dass im vereinbarten Umfang nichts extra kommen sollte. Das ist nicht dasselbe wie Door-to-door mit Zoll. Unterschiedliche Zahlen zur selben Ladung kommen meist aus unterschiedlichem Umfang.

Was treibt die Kosten der Seefracht?

Fracht und Zuschläge, THC, Dokumente, bei LCL das Lager, Zoll, Zustellung sowie Demurrage, Detention, Storage und Rolling. Dazu Incoterms, Menge und Ware. Die Seefracht allein ist selten das Ganze.

Wie vergleiche ich Angebote, ohne reinzufallen?

Incoterms, FCL/LCL, Strecke und Positionsliste angleichen. Dann Summe und freie Tage vergleichen — nicht die Seefracht allein.

Worin unterscheiden sich Demurrage und Detention?

Demurrage: der Container steht am Terminal nach den freien Tagen. Detention: er ist außerhalb, zum Beispiel bei Ihnen, nach den freien Tagen. Bei Verzug können beide den Betrag dominieren.

Ist THC immer im All-in?

Nein. Es kann enthalten sein oder getrennt im Abgang und am Ziel. Unterschiedlicher THC-Status heißt: nicht vergleichbar, bis Sie nachfassen.

Welche Daten brauchen Sie für die Offerte?

Von / nach, Maße und Gewicht oder CBM, Ware, Incoterms, Termin und ob Dokumente, Zoll und Zustellung gewünscht sind.

Geht eine Door-to-door-Offerte?

Ja. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Wort All-in automatisch die Zustellung ins Lager meint. Der Umfang wird in der Offerte festgelegt.

Offerte anfordern

Beschreiben Sie Ladung, Incoterms und Umfang. Wir machen eine Seefracht-Offerte mit aufgeschlüsselten Positionen und mit dem, was nicht im Preis ist. Zum Angebotsformular oder zur Seeleistung FCL und LCL.

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